| Montag, 25. Januar 2010
Top Thema:
Zukunft der Stromnetze. Kommunen als Netzbetreiber?
Da mit Ablauf des nächsten Jahres für 21 Städte
und Gemeinden des Landkreises die mit E.ON-Mitte abgeschlossenen
Konzessionsverträge über die Stromnetze auslaufen, stehen
die Kommunen vor der Frage, ob diese zurückgekauft werden
sollen oder ob neue Verträge mit potenziellen Netzbetreibern
anzustreben sind.
Um Informationen zu diesem wichtigen Thema zu erhalten, trafen
sich die CDU Mandatsträger aus dem Landkreis bei einer Informationsveranstaltung
in Baunatal, zu der auch die interessierte Öffentlichkeit
eingeladen war.
Das besondere Anliegen der Veranstaltung war neben der Schaffung
von Transparenz dafür Sorge zu tragen, dass dieses für
die Region wichtige Anliegen nicht durch Verhandlungen in geschlossenen
Zirkeln jeglicher ergebnisoffenen öffentlichen Diskussion
entzogen wird.
Nach einem Einführungsreferat von Herrn Dr. Theobald, zuständiger
Jurist in der Kanzlei Becker, Büttner und Held aus Berlin,
die im Auftrag der 21 Landkreis Kommunen eine Machbarkeitsstudie
zur Übernahme der Stromnetze erstellt, trugen die Prokuristen
der Städtischen Werke Kassel, Herr Rittmeyer, und der E.ON-Mitte,
Herr Sattler, die Positionen ihrer Unternehmen vor.
Beide haben zugesagt, ihre Positionen schriftlich zur Verfügung
zu stellen. Sobald uns diese vorliegen, werden wir darüber
informieren.
In der anschließenden Fragerunde, an der sich eine große
Anzahl der über 140 Besucherinnen und Besucher beteiligte,
wurde mehr als deutlich, dass es derzeit mehr Fragen als Antworten
gibt. Beispielsweise:
Wie geht es mit den Arbeitsplätzen und den Auszubildenden
bei E.ON-Mitte weiter, wenn diese nicht mehr Netzbetreiber wäre?
Welche Finanzmittel sind für den Rückkauf erforderlich?
Können die Kommunen, die aus Geldmangel defizitäre
Haushalte beschließen müssen, die Genehmigung der Kommunalaufsicht
für weitere Schulden erwarten?
Wie groß muss ein Versorgungsbereich sein, um Stromnetze
wirtschaftlich betreiben zu können?
Wie reagieren die Kommunen auf den teilweise dramatischen Rückgang
ihrer Bevölkerung und den daraus resultierenden geringeren
Bedarf an Elektrizität?
Können die Kommunen garantieren, dass sie langfristig in
der Lage sind, die Stromnetze zu unterhalten und bei Bedarf auszubauen?
Welchen Ansprüchen hat der zukünftige Netzbetreiber
bezüglich der Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen
gerecht zu werden?
Was wird aus der Werthaltigkeit der E.ON Anteile, die der Landkreis
hält?
Die ungeklärten Fragen sind für die CDU Anlass, sich
in der nächsten Zeit verstärkt bei der Klärung
zu engagieren.
Entscheidend muss sein, was letztlich für die Bürgerinnen
und Bürger vorteilhafter ist
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